Die Neuerungen bei den Abzeichen – APO 2020

Warendorf (fn-press). Egal ob man Reiten, Fahren, Voltigieren oder Longieren lernen will. Mit den Abzeichen bietet die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in tausenden von Pferdesportvereinen und –betrieben seit Jahrzehnten ein Lern- und Qualifikationssystem an, mit dem jeder den Weg vom Anfänger zum Könner gehen kann. Auch wenn das Abzeichensystem 2014 grundlegend reformiert wurde, gibt es sechs Jahre später ein paar Änderungen, die mit der neuen Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung am 1. Januar 2020 in Kraft treten. „Qualitätssicherung, Tierwohl, Sicherheit und Unfallverhütung, Zielgruppenorientierung, Attraktivität, Flexibiliät und Praxisnähe“, benennt Eva Lempa-Röller, bei der FN für die APO verantwortliche Referentin, die Hauptziele der Überarbeitung und Anpassung des Regelwerks an aktuelle Entwicklungen in Gesellschaft und Pferdesport. Bewährtes wird beibehalten. Zu den grundsätzlichen Änderungen gehören aber zum Beispiel der Einsatz digitaler Medien in der Ausbildung, die Vereinfachung der Prüfungsabläufe oder die Einführung der Führerscheine.

Einige der Neuerungen im Bereich der Abzeichen sind mit den ebenfalls neuen Pferdeführerscheinen Umgang und Reiten verbunden. Beide Qualifikationen vermitteln grundlegende Kompetenzen vom Boden und Sattel aus und dienen als Nachweis dieser Kenntnisse. Da der Pferdeführerschein Umgang eine Weiterentwicklung des Basispass Pferde-kunde ist, wird er diesen oder die Abzeichen 6 und 7 als Voraussetzung für die 5er-Abzeichen ab 2020 ersetzen. Wer also ab 2020 ein Reitabzeichen 5, ein Fahrabzeichen 5, ein Voltigierabzeichen 5, ein Longierabzeichen 5 oder ein Westernreitabzeichen 5 macht, muss zuvor den Pferdeführer-schein Umgang ablegen, sofern er nicht vor dem 31.12.2019 bereits einen Basispass Pferdekunde oder die Abzeichen 6 und 7 erworben hat.

Nachfolgend die speziellen Änderungen bei den verschiedenen Abzeichen:

Abzeichen Bodenarbeit

Beim Abzeichen Bodenarbeit geht es um vertiefende Kenntnisse des Pferdeverhaltens (Ethologie). Das bisherige Abzeichen wird zur Stufe 1, auf dem nun das neue Abzeichen Bodenarbeit Stufe 2 aufbaut. Inhaltlich ist dieses auf Verhaltensbiologie und Kommunikation mit dem Pferd ausgerichtet.

 

Reitabzeichen (RA)

Die Pferde für die RA 10 bis 6 dürfen an einem Tag maximal fünf gerittene Prüfungen eingesetzt werden. Die Stationsprüfungen des RA 5 wurden um die Kenntnisse über das reiterliche Verhalten im Gelände, auf der Straße und in Feld und Wald ergänzt. Dadurch kann jeder, der ab 2020 sein RA 5 ablegt, nach bestandener Prüfung den ebenfalls 2020 eingeführten Pferdeführerschein Reiten beantragen.

Um eine Abzeichenprüfung zu bestehen, müssen folgende Durchschnittsnoten erreicht werden:

RA 5 bis RA 3: 5,5

RA 2 bis RA 1: 6,0

RA 5-RA 4 (disziplinspezifisch): 1. Teilprüfung 6,0, 2. Teilprüfung 5,0

RA 3-RA 1 (disziplinspezifisch): 6,0 (eine Teilprüfung)

Die Stationsprüfungen werden nicht mehr benotet, sondern nur noch mit bestanden oder nicht bestanden bewertet.

Beim Reitabzeichen Gold sind die Anforderungen an das RA Gold Dressur hinsichtlich der Veranstaltungsorte und der anzuerkennenden Platzierungen in Dressurprüfungen der Klassen S*** und S**** aktualisiert worden.

Als Weiterentwicklung des Reitpass ersetzt der Pferdeführerschein Reiten diesen ab 2020.

Fahr-, Voltigier-, Longierabzeichen

Ähnlich wie 2014 im Bereich der Reitabzeichen werden auch bei anderen Abzeichen große Leistungssprünge durch Zwischenschritte überbrückt, so dass der reiterliche Fortschritt leichter wird. Dadurch werden Fähigkeiten und Fertigkeiten in kleineren Ausbildungsschritten vermittelt und abgefragt. Das motiviert zum einen durch erreichbare Teilerfolge. Zum anderen macht es auch das Erreichen der nächsten Abzeichenstufe leichter.

Vor diesem Hintergrund gibt es folgende Neuerungen:

Bei den Voltigierabzeichen ist das VA 5 (E-Pflicht) neu.

Die Longierabzeichen werden um das LA 5 V ergänzt, ein Abzeichen, das Longieren mit Voltigieren abprüft. Das neue LA 3 überbrückt den großen Schritt vom LA 2 zum LA 4. Und mit dem LA 1 V wird ein Longierabzeichen eingeführt, das aufgrund von Turniererfolgen an Longenführer verliehen wird.

Bei den Fahrabzeichen wird das FA 6 eingeführt. Zudem werden die zu erzielenden Noten im praktischen Fahren festgelegt. Für das FA 5 bis FA 3 muss man im praktischen Fahren mindestens die Note 5,5 und für die FA 2 und FA 1 mindestens Note 6,0 erreichen.

Lehrgangsleiter

Mit der APO 2020 müssen Lehrgangsleiter für Abzeichen in Vorbereitung auf die Lehrgangs-durchführung eine entsprechende Aus- bzw. Fortbildung im Umfang von zwei Lerneinheiten nachweisen. Die nächsten Seminare in Mecklenburg-Vorpommern finden am 31.01.20 im Rahmen der Mitgliederversammlung des PSB LUP ab 19 Uhr im Trenthotel Banzkow statt. Zudem planen der KRB NWM im Februar und der PSB Rostock Mitte März entsprechende Weiterbildungen.